Trotz Regenwetter konnten wir rund 40 Interessierte zum Waldtag 2022 begrüssen. Mit den Themen Auenschutzwald, standortsangepasste Bäume, Biber, Natürliche Flusslandschaft und das Konzept Thur+ konnten wir bei den Teilnehmern punkten. Die rund zweistündige Exkursion bestritten Ruedi Lengweiler als Fachmann für Reservate und Biberexperte und Paul Koch Revierförster. Beide kennen den Auenschutzwald Schäffäuli seit über 25 Jahren. 9.00 Uhr begrüsste Revierpräsident Andreas Roos und lud zur Auenwaldexkursion ein.

Spezielle Baumarten ersetzen die standortsfremde Fichte

Das Schäffäuli ist ein Wald im Überschwemmungsbereich der Thur und beinhaltet Hartholz- und Weichholzauen. Der grösste Anteil ist «Typischer Ulmen-Eschen-Auenwald» und im nässeren «Silberweiden-Auenwald» sind vorwiegend Weiden und Pappeln überlebensfähig. Vor 20 Jahren wurden die vielen Fichten entfernt und mit speziellen Auenwald-Baumarten bepflanzt. So konnten Paul Koch und Ruedi Lengweiler einen achtzehnjährigen Baumbestand präsentieren, wo Schwarzpappeln und Flatterulmen mit einem Durchmesser von bis zu 55 cm Durchmesser auf Brusthöhe wachsen. Die Besucher staunten über diese gewaltige Wuchsleistung. Gepflanzt wurden auch Linden, Stieleichen, Ahorne und Schwarzerlen. Zum Schutz vor dem nagenden Biber wurden vom Forstbetrieb ThurForst Drahtschütze bei ausgewählten Bäumen montiert.

Ein Ständchen von Biberin Helga und ein Auenwaldquiz zum Abschluss

Biber sind scheue Tiere. Deshalb platzierte Ruedi Lengweiler die Forstamt-Biberin mitten im Auenwald und erklärte die Eigenheiten und Lebensweise am Überraschungsgast «Helga». Das Vorland ist heute eine Weichholzaue mit Weiden und die Thur mäandriert durch die Naturlandschaft und verändert das Gebiet durch Bilden von Kiesbänken oder Abtragen von Uferbereichen. Das von der Regierung erarbeitete Konzept Thur+ ist bereit und nimmt das Gebiet Schäffäuli als Beispiel, wie die Thur in anderen Bereichen im Thurgau renaturiert werden soll.

Wer unterwegs gut zuhörte, kannte die Antworten beim Waldtag-Quiz. Bei einem «Feuerverbot-Angepassten» Zmittag mit heissem Fleischkäse beendeten wir den gelungenen Waldtag um 13.00 Uhr.